Wie erkennt man einen zuverlässigen und transparenten Immobilienmakler in der Schweiz?

Nachdenklicher Eigentümer vor typischem Schweizer Einfamilienhaus bei der Verkaufsüberlegung

Ein Anruf, der mich bis heute beschäftigt. Die Stimme am Telefon gehörte einem Mann Mitte fünfzig, Ingenieur, rational denkend. Sein Einfamilienhaus im Zürcher Oberland stand seit vier Monaten zum Verkauf. Keine einzige Besichtigung. Der Grund? Sein Makler hatte den Preis um 180'000 Franken zu hoch angesetzt. «Ich dachte, er kennt den Markt», sagte er. Dieser Satz fasst das Problem zusammen: Wie erkennt man eigentlich, ob ein Makler wirklich kompetent ist – bevor man unterschreibt?

Wichtiger Hinweis

Dieser Inhalt dient ausschliesslich der Information und stellt keine Rechts- oder Finanzberatung dar. Konsultieren Sie einen qualifizierten Immobilienexperten oder Rechtsanwalt für Ihre spezifische Situation.

Die 5 wichtigsten Prüfpunkte für Ihre Maklerwahl

  • Transaktionshistorie prüfen: Welche Objekte hat der Makler in Ihrer Region tatsächlich verkauft?
  • Preiseinschätzung hinterfragen: Ein seriöser Makler nennt eine realistische Spanne, keine Traumzahl
  • Vertragslaufzeit verhandeln: Exklusivverträge über 3 Monate bergen Risiken
  • Mindestens 3 Makler vergleichen, bevor Sie sich entscheiden
  • Auf SVIT-Mitgliedschaft oder vergleichbare Qualifikation achten

Warum die Maklerwahl über Ihren Verkaufserfolg entscheidet

In meiner Beratungspraxis höre ich immer wieder dieselbe Geschichte. Jemand ruft an, frustriert, weil der Verkauf nicht vorankommt. Fast immer liegt es an der Maklerwahl. Was mich dabei stört: Die meisten Verkäufer nehmen den ersten Makler, der ihnen ein gutes Gefühl gibt. Kein Vergleich. Keine Prüfung.

Das Problem dabei? Gemäss Branchenexperten variieren die rechtlichen Anforderungen an Makler je nach Kanton erheblich. In vielen Kantonen kann sich praktisch jeder Immobilienmakler nennen. Es gibt keine schweizweite Pflichtausbildung, keine einheitliche Lizenz. Das macht die Auswahl schwieriger – und wichtiger.

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Preissteigerung bei Eigentumswohnungen in der Schweiz 2025

Die Immobilienpreise in der Schweiz steigen weiter. Laut Marktanalyse von Wüest Partner 2025 legten Eigentumswohnungen um etwa 4,5 Prozent zu, Einfamilienhäuser ähnlich. Bei diesen Summen kann ein schlechter Makler Sie schnell 50'000 Franken oder mehr kosten. Nicht durch seine Provision – durch einen zu niedrigen Verkaufspreis oder eine viel zu lange Vermarktungsdauer.

Achtung: Ein Makler, der beim ersten Gespräch einen ungewöhnlich hohen Preis nennt, will oft nur den Auftrag. Nach drei Monaten ohne Erfolg kommt dann die Preiskorrektur – aber Sie haben wertvolle Zeit verloren.

Die 5 Erkennungsmerkmale eines seriösen Maklers

Vergessen Sie lange Checklisten mit zwanzig Punkten. In meiner Erfahrung gibt es fünf Kriterien, die wirklich zählen. Wenn ein Makler diese erfüllt, sind Sie auf einem guten Weg. Wenn nicht? Dann sollten Sie weitersuchen.

Transparente Transaktionshistorie und nachweisbare Verkäufe

Das ist der wichtigste Punkt. Ein guter Makler kann Ihnen zeigen, welche Objekte er in Ihrer Gegend verkauft hat. Nicht irgendwann, sondern in den letzten zwölf bis achtzehn Monaten. Nicht irgendwo, sondern in Ihrem Quartier oder Ihrer Gemeinde.

Ein persönliches Gespräch zeigt schnell, ob der Makler Ihren Markt kennt

Fragen Sie konkret: «Wie viele Einfamilienhäuser haben Sie im letzten Jahr in meiner Postleitzahl verkauft?» Wer hier ausweicht oder nur allgemeine Zahlen nennt, kennt Ihren lokalen Markt vermutlich nicht gut genug. Lokale Marktkenntnis ist kein nettes Extra. Sie ist entscheidend.

Realistische Preiseinschätzung statt Lockangebote

Hier wird es interessant. Manche Makler nennen beim ersten Treffen einen Preis, der deutlich über dem Marktwert liegt. Das klingt gut, ist aber oft eine Akquisetaktik. Nach einigen Wochen ohne Besichtigungen kommt dann der Vorschlag zur Preisreduktion.

Ein seriöser Makler nennt Ihnen eine Preisspanne und erklärt, wie er darauf kommt. Er zeigt Vergleichsobjekte, spricht über die aktuelle Nachfrage in Ihrer Region. Da es in der Schweiz keine gesetzlich festgelegte Maklerausbildung gibt, unterscheidet sich die Bewertungskompetenz erheblich. Fragen Sie nach der Methodik.

Klare Vertragskonditionen ohne versteckte Klauseln

In meiner Beratungspraxis in der Deutschschweiz beobachte ich häufig, dass Verkäufer Exklusivverträge unterschreiben, ohne zuvor mehrere Makler verglichen zu haben. Das bedeutet oft eine Bindung von sechs Monaten ohne realistische Ausstiegsmöglichkeit. Diese Beobachtung gilt nicht pauschal für alle Kantone, aber das Muster ist verbreitet.

Achten Sie auf drei Punkte im Vertrag: Laufzeit (nicht über drei Monate ohne guten Grund), Kündigungsfrist (maximal vierzehn Tage), und ob Nebenkosten separat berechnet werden. Ein transparenter Makler erklärt jeden Punkt, ohne zu drängen.

Ihre Checkliste fürs Maklergespräch

  • Nach konkreten Verkäufen in Ihrer Gemeinde der letzten 12 Monate fragen
  • Preiseinschätzung mit Vergleichsobjekten begründen lassen
  • Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen vor Unterschrift prüfen
  • Nach SVIT-Zertifizierung oder vergleichbarer Qualifikation fragen
  • Referenzen von früheren Verkäufern anfragen

Mein Tipp: Die Frage, die jeden Makler entlarvt, lautet: «Was war Ihr letzter Verkauf, der unter dem ursprünglichen Angebotspreis abgeschlossen wurde, und warum?» Wer hier ehrlich antwortet, verdient Vertrauen. Wer behauptet, das passiere nie, ist nicht glaubwürdig.

Makler effizient vergleichen: So unterstützt Sie RealAdvisor

Die grösste Herausforderung bei der Maklersuche lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Jeder behauptet, der Beste zu sein. Doch wie vergleicht man Anbieter objektiv, wenn alle dasselbe versprechen? Hier setzt RealAdvisor an.

Online-Vergleich spart Zeit und schafft Transparenz

Die Plattform aggregiert echte Transaktionsdaten aus dem Schweizer Immobilienmarkt. Das bedeutet: Sie sehen nicht nur, was ein Makler verspricht, sondern was er tatsächlich verkauft hat. Welche Objekte, in welcher Region, zu welchen Preisen. Diese Transparenz existiert sonst kaum.

So funktioniert RealAdvisor: Sie geben Ihre Stadt oder Postleitzahl ein. Die Plattform zeigt Ihnen die aktivsten Makler in Ihrer Gemeinde – basierend auf deren realen Verkäufen. Verifizierte Kundenbewertungen ergänzen die harten Fakten um die Erfahrungen anderer Verkäufer.

Statt stundenlanger Internetrecherche erhalten Sie in wenigen Minuten einen Überblick. Die verifizierten Bewertungen auf RealAdvisor stammen von echten Verkäufern, nicht von anonymen Accounts. Das ist ein entscheidender Unterschied zu allgemeinen Bewertungsportalen, wo die Herkunft der Rezensionen oft unklar bleibt.

Der Kontakt zu den Maklern über RealAdvisor ist kostenlos und unverbindlich. Sie können mehrere Makler anfragen, Gespräche führen und sich dann in Ruhe entscheiden. Ohne Druck, ohne versteckte Kosten.

Warnsignale: Wann Sie einen Makler besser meiden

Ehrlich gesagt rate ich davon ab, mit einem Makler zusammenzuarbeiten, der eines dieser Verhaltensweisen zeigt. Das sind keine Kleinigkeiten – das sind ernsthafte Warnsignale.

Diese 3 Warnsignale sollten Sie nicht ignorieren:

  • Der Makler drängt auf schnelle Unterschrift und reagiert gereizt auf Nachfragen
  • Er kann keine konkreten Verkäufe in Ihrer Region der letzten Monate nennen
  • Die Provision ist unklar formuliert oder enthält versteckte Zusatzkosten

Die Schweizerische Maklerkammer betont, dass Qualität in der Beratung und Expertise durch Aus- und Weiterbildungen der Standard sein sollte. In der Realität sieht das leider oft anders aus. Nicht jeder, der sich Makler nennt, hat eine fundierte Ausbildung.

Fall Ehepaar Müller: Wie ein überhöhter Preis 4 Monate kostete

Ich habe das Ehepaar Müller aus dem Kanton Zürich begleitet, nachdem ihr erster Makler versagt hatte. Beide Mitte fünfzig, Lehrer, hatten nach einer Erbschaft ein Reihenhaus zu verkaufen. Der Makler nannte beim Erstgespräch einen Preis, der deutlich über dem Markt lag – vermutlich, um den Auftrag zu bekommen.

Das Ergebnis? Nach vier Monaten keine einzige Besichtigung. Der Makler schlug dann eine Preissenkung um 15 Prozent vor. Das Paar wechselte den Makler. Mit einer realistischen Einschätzung war das Haus innerhalb von sechs Wochen verkauft – zu einem fairen Preis.

Was mich an diesem Fall besonders ärgert: Die vier verlorenen Monate liessen sich vermeiden. Hätte das Paar von Anfang an drei Makler verglichen und nach deren Preislogik gefragt, wäre der unrealistische Vorschlag aufgefallen.

Ihre Fragen zur Maklerwahl in der Schweiz

Wie hoch ist die übliche Maklerprovision in der Schweiz?

Die Provision variiert je nach Region und Makler. In der Deutschschweiz liegen die Werte typischerweise zwischen 2 und 3 Prozent des Verkaufspreises. In der Romandie sind Provisionen von 3 bis 5 Prozent verbreiteter. Verhandeln ist möglich und empfehlenswert – besonders bei höherpreisigen Objekten.

Sollte ich einen Exklusivvertrag mit dem Makler abschliessen?

Exklusivverträge haben Vor- und Nachteile. Der Vorteil: Der Makler investiert mehr in die Vermarktung. Der Nachteil: Sie sind gebunden. Meine Empfehlung: Wenn Exklusivvertrag, dann maximal drei Monate mit klarer Kündigungsoption nach den ersten Wochen.

Wie prüfe ich die Referenzen eines Immobilienmaklers?

Fragen Sie den Makler direkt nach Kontakten zu früheren Verkäufern. Ein seriöser Makler kann mindestens zwei bis drei Referenzen nennen. Prüfen Sie zusätzlich Online-Bewertungen, achten Sie aber auf Aktualität und Detailtiefe. Vage Fünf-Sterne-Bewertungen ohne Text sind wenig aussagekräftig.

Woran erkenne ich einen unseriösen Makler?

Die wichtigsten Warnsignale: unrealistisch hohe Preisversprechen beim Erstgespräch, Drängen auf schnelle Vertragsunterschrift, fehlende nachweisbare Verkäufe in Ihrer Region, und unklare Angaben zur Provision. Wenn ein Makler Fragen ausweicht statt sie zu beantworten, sollten Sie vorsichtig sein.

Wie viele Makler sollte ich vergleichen?

Mindestens drei. Das gibt Ihnen eine realistische Einschätzung des Marktwerts Ihrer Liegenschaft und einen Eindruck davon, wie verschiedene Makler arbeiten. Mehr als fünf Gespräche sind selten nötig – dann wird der Vergleich unübersichtlich.

Ihr nächster Schritt zur richtigen Maklerwahl

Die wichtigste Erkenntnis aus meiner Beratungserfahrung: Der erste Makler ist selten der beste. Das heisst nicht, dass er schlecht ist – aber ohne Vergleich wissen Sie es nicht. Und bei einer Transaktion im sechsstelligen Bereich ist «ich hatte ein gutes Gefühl» keine ausreichende Entscheidungsgrundlage.

Was Sie jetzt tun sollten

  • Drei Makler in Ihrer Region kontaktieren und Erstgespräche führen
  • Die Checkliste aus diesem Artikel bei jedem Gespräch durchgehen
  • Erst unterschreiben, wenn Sie Transaktionshistorie und Preislogik verstanden haben

Eine Frage sollten Sie sich vor der Entscheidung stellen: Kann dieser Makler mir konkret zeigen, was er in meiner Gemeinde erreicht hat? Wenn ja, sind Sie auf dem richtigen Weg. Wenn nicht, suchen Sie weiter. Ihr Haus ist es wert.